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The Dislocation of Amber / Ughniyat touha al-hazina

Sa 26.09.
12:00

Kino

Arsenal

Zu Gast: Tamer El Said (Cimatheque - Alternative Film Center), Talal Afifi (Sudan Film Factory, Sudan Independent Film Festival), Eiman Hussein (Hussein Shariffe Foundation)

  • Regie

    Hussein Shariffe

  • Sudan / 1975
    33 Min. / DCP / OmeU

The Dislocation of Amber (Intiza’ al Kahraman)

Der Film zeigt Sawakin, eine ehemals florierende Hafenstadt im Sudan. Heute liegt die Stadt in Trümmern. Shariffe verwendet Symbole – Skorpione, Muscheln und Kamelkarawanen –, um das Gefühl vollkommener Verlassenheit hervorzuheben. Begleitet werden die Bilder durch Gedichte, die von dem sudanesischen Sänger Abdel-Aziz Dawoud gesungen werden.
„Heute sind nur noch schwache Spuren ihres alten Wohlstands zu erkennen … eine getrübte Reflexion in einem zerbrochenen Spiegel; leere Augen mit den Sternen in einem anderen Haus, Lachen in einem anderen Raum.“ (Hussein Shariffe, 1974)

Wir zeigen den Film in einer digitalen Restaurierung, die die Cimatheque – Alternative Film Centre in Kairo 2025 durchgeführt hat.

Der sudanesische Filmemacher, Maler und Dichter Hussein Shariffe (1934–2005) begann seine Laufbahn als Maler und arbeitete Ende der 1950er und Anfang der 1960er Jahre in London. Nach einem Jahrzehnt des Lehrens und Ausstellungen im Sudan wie international wandte er sich dem Film zu, arbeitete für die staatliche Sudan State Cinema Corporation und leitete später die Filmabteilung des Kulturministeriums. In den späten 1980er Jahren ins Exil nach Kairo gezwungen, setzte Shariffe seine Filmarbeit fort und realisierte gemeinsam mit Atteyat Al Abnoudy den Film Diary in Exile (1993). Bis zu seinem Tod arbeitete er an dem poetischen, unvollendeten Filmessay Of Dust and Rubies.

  • Regie

    Atteyat Al Abnoudy

  • Ägypten / 1972
    12 Min. / Digital file / OmeU

Ughniyat touha al-hazina (Sad Song of Touha)

Dieser frühe Film von Atteyat Al Abnoudy zeichnet ein traumartiges Porträt von Künstler*innen, die das Straßenbild in Kairo prägen. Die unaufdringliche Kamera begleitet Feuerschlucker*innen, Akrobat*innen, Musiker*innen, kindliche Schlangenmenschen und andere Darsteller*innen. Erzählt wird die Geschichte dieser Gemeinschaft von der eindringlichen Stimme des Dichters Abdel Rahman Al Abnoudy.

Wir zeigen den Film in einer digitalen Restaurierung, die die Cimatheque – Alternative Film Center in Kairo 2025 durchgeführt hat.

Im Nildelta in eine Arbeiterfamilie geboren, arbeitete Atteyat Al Abnoudy zwischenzeitlich als Schauspielerin, um ihr Jurastudium in Kairo zu finanzieren. Vor dem Hintergrund ihrer Tätigkeit als Journalistin und ihres Umfelds mit zahlreichen Künstler*innen und Autor*innen entschloss sie sich zu einem Filmstudium am Cairo Higher Institute of Cinema, wo sie Anfang der 1970er-Jahre als erste Frau in Ägypten Dokumentarfilme drehte. Bekannt als Filmemacherin, die sich Themen wie Armut, sozialer Ungleichheit und der Unterdrückung von Frauen widmete, prägte ihr persönlicher Stil („kein Drehbuch, keine Schauspieler*innen, keine Regieanweisungen, die Kamera folgt dem Subjekt“) das dokumentarische Schaffen in Ägypten nachhaltig.

Talal Afifi ist ein sudanesischer Filmproduzent, Kurator und Autor, Gründer und Direktor der Sudan Film Factory und Produzent des Films Khartoum (Sundance und Berlinale 2025) und ist ein Hauptpartner bei den kollaborativen Archivprojekten Rewind Forward und UNREST. Seine Arbeit bringt das zeitgenössische sudanesische Kino durch Produktion, Programmgestaltung und die Wiederbelebung gefährdeter Archive in einen Dialog mit seiner unterbrochenen Geschichte. Geprägt durch die langjährige persönliche und künstlerische Zusammenarbeit mit Hussein Shariffe betrachtet er das Archiv als lebendigen Bereich der Erinnerung, der Fürsorge und der politischen Vorstellungskraft.

Eiman Hussein ist unabhängige Forscherin, Therapeutin, Pädagogin, Archivarin und Dichterin. Als Tochter des  multidisziplinären sudanesischen Künstlers Hussein Shariffe gründete sie die Hussein Shariffe Foundation und ist Mitbegründerin des Shariffe Creative Collective. Sie arbeitet als wissenschaftliche Mitarbeiterin am King’s College London, um das Archiv ihres Vaters zu bewahren, zu digitalisieren und wieder zugänglich zu machen. Hussein erforscht Archive als lebendige Räume künstlerischer Praxis und des kulturellen Gedächtnisses und untersucht dabei Fragen des ethischen Zugangs im Kontext von Mobilität, Vertreibung, Schwarzer Identität, Kolonialgeschichte und Verlusten in Archiven.

Tamer El Said ist Filmemacher und Produzent und lebt in Berlin und Kairo. Seine Filmografie umfasst 17 Filme, die regionale und internationale Auszeichnungen erhielten. Er gründete 2007 die unabhängige Filmproduktionsfirma Zero Production in Kairo. El Said ist außerdem Mitbegründer und gemeinsamer künstlerischer Direktor von Cimatheque – Alternative Film Centre in Kairo sowie Kodirektor des archivbasierten interdisziplinären Projekts Rewind Forward und Kulturpartner von UNREST.

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